ALKIS in BricsCAD importieren


Heute haben wir auf dem YouTube Kanal ein Tutorial zum Thema ALKIS Import in BricsCAD mit Spatial Manager veröffentlicht. Hier möchten wir noch einige Erläuterungen zum Video geben.

Frei verfügbare Katasterdaten

In vielen deutschen Regionen geben die Katasterbehörden Teile ihre ALKIS-, also Katasterdaten, kostenlos ab. Zum Teil sind sie auch offen verfügbar. Wahlweise als Download bzw. als Web Services (WMS, WFS). Die Struktur ist je nach Amt verschieden. In den beiden von uns getesteten Fällen (Sachsen und Kreis Kleve in NRW) gibt es aber auch Gemeinsamkeiten. Beide Behörden geben die Daten wie folgt ab:

  • Eine Shape Datei für alle Flurstücke.
  • Eine Shape Datei je Gemarkung.

Der Kreis Kleve gibt alle Daten für die UTM Zone 32N ab (EPSG:25832) und Sachsen für Zone 33 (EPSG:25833). Man bekommt sowohl die Flurstücksgrenzen als auch die Flurstücksnummer. Kleve stellt ausserdem die Gebäude und Nutzungsarten bereit. Ebenso übrigens in Thüringen. Die Katasterbezirke sind in Kleve Bestandteil der Gesamtdatei. Für Sachsen bekommt man eine gesonderte Gemarkungsübersicht. Sollten ausserdem weitere Informationen benötigt werden, beispielsweise Eigentümer, muss man sich natürlich weiter ans Amt wenden.

Für viele Aufgaben in der Planung oder Auskunft sind aber schon die freien Daten sehr hilfreich. Im Tutorial zeigen wir Ihnen, wie sie diese Shape-Dateien mit dem Spatial Manager importieren können. Das gilt gleichermaßen für AutoCAD als auch BricsCAD.

Erläuterungen zum Tutorial ALKIS Import

Anlegen der Datenquelle

Hier erfolgt die Verknüpfung zu einem Laufwerkspfad. Gut zu wissen, weil auch die Unterverzeichnisse in dieser Liste aufgenommen werden.

Festlegen des Koordinatensystems

Spatial Manager Katalog KoordinatensystemeDer Spatial Manager kann die Daten beim Import in ein beliebiges Koordinatensystem transformieren. Sie könnten also genauso gut ins GKS transformieren. Für die Arbeit mit der DWG spielt das zwar keine Rolle. Wenn Sie jedoch Luftbilder einblenden möchten, ist die Wahl des richtigen EPSG Kodes Voraussetzung. Für das Beispiel wurde EPSG:25833 verwendet.

BricsCAD Import der Gemarkungen

Spatial Manager Optionen für den Shape ImportWie schon erwähnt, beginnt das Tutorial mit einer Übersicht der Gemarkungen. Auf deren Grundlage wird dann ein Ausschnitt für die zu importierenden Flurstücke gewählt. Hier einige Anmerkungen zu den Einstellungen:

  • Die Punkt-, Linien- und Polygon Optionen bleiben auf Standardwerten.
  • Für die Label Optionen wurde ein Häkchen gesetzt und „LABEL“ als Beschriftungsfeld aus den Shape Daten verwendet. Hinter dem Button der Optionen verbergen sich weitere Einstellungen. Insbesondere für Shriftgröße und auch die Ausrichtung.
  • Der Name des Ziellayers wird mit dem Namen der SHP Folie vorbesetzt. Alternativ können Sie hier aus den in der DWG vorhandenen Layern wählen. Auch die Eingabe eines neuen Layernamens ist möglich. Im Beispiel wurde dafür „gemarkung“ eingegeben.
  • EED Import (2. Kästchen von unten) soll aktiviert werden, damit Sie später die Daten selektieren können.

Die beiden folgenden Masken wurden im Tutorial mehr oder weniger übersprungen. Denn eine Transformation ist nicht erforderlich und die Aufgabe soll auch nicht gespeichert werden. Der eigentliche Importvorgang geht fix. Im Ergebnis bekommen wir eine Gemarkungsübersicht von Sachsen.

Weitere Anpassung der Layerstruktur

Nach dem Import der Gemarkungen haben wir die Layer modifiziert:

  • Neuer Layer für die Gemarkungs-Beschriftung, um diese später zu schalten.
  • Neue Layer für die Grenzen und die Beschriftung mit den Flurstücks-Nummern.

Dann wurden alle in die DWG importierten Texte (Namen der Gemarkungen) in den dafür erstellten Layer verschoben. Das erfolgte mit Bordmitteln (Schnellauswahl). Schade, dass man beim Import für die Beschriftungen keinen separaten Layer angeben kann. Hier hoffen wir auf eine baldige Entwicklung des Spatial Managers. Zur Not ging es ja auch so.

Suchen der gewünschten Gemarkung

ALKIS Daten mit Spatial Manager selektierenKlar könnte man den Namen der Gemarkung auch mit BricsCAD Funktionen finden. Wir zeigen in der Anleitung jedoch, wie das mit dem Spatial Manager machbar ist. Dazu verwenden Sie den Befehl SPMSELECTBYQUERY. Es öffnet sich ein Dialog in dem Sie folgendes wählen:

  • Name der Tabelle in der gesucht werden soll.
  • Die verfügbaren Datenfelder der gewählten Tabelle.
  • Der Vergleichsoperator und der gesuchte Wert.

Bei Bedarf könnten hier auch noch mehr Bedingungen definiert werden. In Folge der Abfrage entsteht ein BricsCAD Auswahlsatz. Der kann wie gewohnt weiter genutzt werden. Also auch exportiert, Objekte eingefärbt, oder auf andere Layer verschoben.

Import der Flurstücke aus dem Shape File

Für den Import der Flurstücke gilt das selbe, wie für die Gemarkung. Natürlich haben wir für die Nummern eine andere Schriftgröße gewählt. Außerdem zeigt das Tutorial, dass auch ein neuer Layer als Ziellayer ausgewählt wurde.

Abschließende Bemerkungen

Das Beispiel wurde auf einem alten Windows 7 Rechner erstellt. Aber die Zeit für den Import der Flurstücke betrug ca. 3 Min. Kein Wunder, denn haben wir es mit 2.731.420 Flurstücken zu tun. Das dauert nun mal ein wenig.

Weiterhin möchten wir darauf hinweisen, dass AutoGIS eine eigene NAS Schnittstelle hat. Das war aber nicht Gegenstand des Tutorials.

Hier noch ein paar Links:

  1. INSPIRE Daten von Sachsen
  2. ALKIS Daten Kreis Kleve
  3. Offene Geodaten Thüringen

Infos zum Spatial Manager finden Sie auf der Homepage. Dort gibt es auch einen Link für den Download einer freien Version (ganz am Ende der Seite). Bitte beachten Sie, dass es drei Varianten gibt. Nämlich für BricsCAD, AutoCAD sowie eine reine Windows Anwendung. Alos ohne CAD Basis. Die Testversionen sind zeitlich sowie im Umfang der erlaubten Daten eingeschränkt.

Deren Freischaltung zur Vollversion erfolgt mit einem Kode, den Sie gern bei uns erwerben können.